Kirschbaumblüten
1. Einzug!

Sorge dafür, dass Dein Sim sich gut einlebt in SimCity! Besorge ihm einen Job und knüpfe erste Kontakte. Einen intensiveren Kontakt soll Dein Sim zu einem NPC (Haushaltshilfe, Gärtner, Mechaniker, Barkeeper, Kindermädchen, Briefträger, Zeitungsausträger, Pizzabote, Lebensmittellieferant, Kammerjäger, Schuldirektor, Polizist, Feuerwehrmann, Einbrecher, Verkäufer, etc.- also kein Nachbar oder Townie!) pflegen, den er möglichst schnell zum Einzug bewegen muss.

Dieser NPC darf während der gesamten ersten Aufgabe in keiner Weise verändert werden.
Solltet Ihr aber generell für Eure NPCs ein anderes Aussehen wünschen, so solltet Ihr dieses noch vor dem eigentlichen Projektstart erledigen. Dabei solltet Ihr darauf achten, dass die NPCs danach immer noch Kleidung tragen, die einen entsprechenden Uniformcharakter haben. Beispielsweise kein Hausmädchen im Cocktailkleid, aber alternative Dienstmädchenuniformen (speziell interessant, wenn die Singlegeschichte in anderen Epochen oder Kulturkreisen spielt).
Nachträgliche Änderungen werden nicht mehr berücksichtigt und haben das erneute Spielen dieser Aufgabe zur Folge.

Ohne die Einrichtung auch nur irgendwie zu verändern, sollen beide bis zum Ende dieser Aufgabe miteinander auskommen. Als einzige Ausnahme darf eine Staffelei gekauft werden, damit auch Kreativitäts-Skills trainiert werden können. Außerdem dürfen gestohlene/gepfändete Gegenstände ersetzt, jedoch nicht ausgetauscht werden, sofern es der Geldbeutel erlaubt.

Während dieser Aufgabe kann Dein Sim jederzeit zum Community-Lot fahren um Lebensmittel zu kaufen. Kleidung, Spiele und Co. bitte erst ab der 2. Aufgabe.
Der NPC sollte maximal 1000 Simoleons mitbringen. Seit Nightlife bringen NPCs aber oft viel mehr Geld mit. Das überschüssige Geld muss mit Simpe/familyfunds-Cheat/Geländebearbeiten abgezogen werden.

Während dieser Zeit darf das Haus in keiner Weise verändert werden. Das schließt auch das Verändern von Wand- und Bodenbelägen sowie den Garten ein.

Zeit: 2 Sim-Wochen
17.11.08 07:30


 

Es verschlug mich also nach Hambington, einem (sehr) kleinen Örtchen, nicht weit entfernt von Herensberry. Die Vorstellung das meine Großmutter, meine nun letzte verbleibende Verwandte, nur wenige Minuten von mir weit weg lebte war irgendwie beruhigend. Als das Taxi langsam um den Hügel bog und die Felder entlang fuhr, machte mein Herz einen Satz. Ich konnte es nicht glauben, dass ich nun wirklich hier leben würde. Allein der Anblick der weite der Wiesen machte mich ganz aufgeregt und am liebsten hätte ich dem Fahrer gebeten anzuhalten, sodass ich die letzten Kilometer zu Fuß laufen könnt. Stattdessen, blieb ich jedoch sitzen und rutschte unruhig auf meinem Sitz hin und her.

Schon von weitem hatte ich das Haus erblickt, welches ich nun mein eigen nennen konnte. Es war zwar nur klein, doch ich hatte es mir hart erarbeitet. Denn ganzen Sommer hatte ich für diese vier Wände – und es waren tatsächlich beinahe nur vier Wände – auf Feldern geschwitzt und das Treten etlicher Kühe ertragen.

Zwar war die Farbe etwas gewöhnungsbedürftig – Die Vorbesitzer legten wert darauf, sich nicht all zu viel von der Umgebung abzuheben – doch ich war mir sicher, dass ich dies mit einigen Eimern Farbe beheben könnte, sobald ich wieder etwas Geld verdiente.

Es war wirklich nur ein kleines Haus. Hätte es nicht so abgeschieden gestanden, hätte man es für eine Ein-Zimmer-Mietwohnung halten können. Die weiten grünen Wiesen, machten es jedoch zu einem eigenen kleinen Gebäude.

Ich lächelte. Jedem anderem wäre bei diesem Anblick wohl schlecht geworden, doch mir ließ es das Herz schneller schlagen. Die meiste Zeit meines Lebens hatte ich mit meiner Familie in einem kleinen Wohnwagen gelegt. Dieses Haus schien im Vergleich damit riesig zu sein.

Das Taxi stoppte und der Fahrer stieg aus, um wie schon so oft diese Woche, meine Kisten aus dem Kofferraum zu hieven.

"Dankeschön", sagte ich schließlich und reichte ihm ein 20 Dollar Note. Er nickte, schlug die Fahrertüre zu und brauste davon. Zum letzten Mal wie ich hoffte.

Die folgenden Wochen vergingen wie im Fluge, wenn die Zeit für mich auch wie magisch verlangsamt schien. Nach dem hektischen Treiben der Großstadt genoss ich es einfach mal nichts zu tun. Die meiste Zeit verbracht ich mit lesen. Im letzten Jahr hatten sich Tonnen von Bücher angehäuft, die durch meine Arbeit auf der Farm unberührt geblieben waren. Für das kleine Mädchen in mir, welches immer noch daran gewohnt war auf einem Etagenbett in dicke Bücher zu versinken, war es unerträglich gewesen. Daher erschien es mir um so mehr fantastisch alle Zeit der Welt dazu zu haben, einfach nur zu lesen.

Doch noch mehr als das Leben genoss ich die Freie des Landes. Die letzten Jahre hatte ich mich immer wie gefangen gefühlt. Verloren in den Menschenmengen der Stadt. Hier in Hambington gab es meist nur mich, mich und die Vögel.

Es war nichts im Vergleich mit der Freiheit eines Lebens auf der Straße, diese Ungebundenheit, doch es war unbeschreiblich, nach meiner Zeit in der Stadt.

Stundenlang konnte ich im Gras, vor meinem kleinen Häuschen, liegen und einfach nur in den Himmel starren.

Doch ganz ohne Soziale Kontakte kann kein Mensch auskommen und so schlug es auch mich hin und wieder in die kleine Einkaufhalle die Straße runter. Sie war Anlaufstelle für alle Familien in und Hambington, für die der Weg nach Herensberry für kleinere Einkäufe zu weit war. Ich machte einige nette Bekannte


Und Joe Theissen, der Besitzer, kannte mich bald als einen seiner Stamm Gäste. Er war ein freundlicher, etwas beliebterer, älterer Herr, der immer zu einem guten Schwätzchen aufgelegt war, wann immer man ihn traf. Oft erzählte er mir von seiner Frau Agata, die etwas besonders vergesslich schien und ihm wohl generell immer die Sockepaare vermixte, wenn sie die Wäsche machte. Ein blauer und ein grüner Strumpf, die zwischen Hosensaum und Schuh hervorlugten als er mir dies erzählte waren der perfekte Bewies.

Ich war mir so gut wie sicher, dass das Leben perfekt war, als ein kleiner Bankauszug mit der Post eintraf. Es war offensichtlich, dass ich ohne Job nicht mehr lange weitermachen konnte. Langsam aber stetig hatte ich die Ersparnisse der letzten Jahre aufgebraucht und es schien, als würde mein Kontostand auf seine letzten paar Dollar zugehen.

Durch das Fenster konnte ich in der Ferne die Einkaufshalle sehen und ich erinnerte mich an etwas, das ich dort vor ein paar Tagen gesehen hatte.

Da der Weg nur recht kurz ist, entschloss ich mich sofort los zu gehen, bevor ich meine Motivation etwas an meiner momentanen Lage zu verändern wieder verlor. Wenig später trat ich durch die alte Holztüre der Läden und fand mich vor dem Ständer mit Zeitungen und Magazinen wieder. Neben etlichen Teenage Zeitschriften wie "Pop Star" und "Shine" und Farm Magazinen die mir Sachen versprachen wie "Nie mehr Fliegenbefälle an ihren Kühen!" oder "Unser neuer Rasenmäher lässt bestimmt keinen Grashalm stehen!", fand ich wonach ich suchte. Das lokale Arbeitsblatt. Ich hatte es schon vor einigen Tagen gesehen, doch mit dem Gedanken beiseite geschoben, dass ich immer noch gut mit meinem Geld auskam.

Mit dem Magazin in der Hand trottete ich zur Kasse.

"Auf der Suche nach einem neuen Job was?", fragte der Kassierer (Guter Gott das Kind konnte nicht älter als 14 sein!) als ich ihm die Ware übergab, "Ich habe meinen auch in dem Blättchen da gefunden. Hat alle Jobs in der Umgebung. Von Herensberry bis zur Arbeit auf kleinen Farms im Umland."

"Nun, dass will ich auch mal hoffen", sagte ich, während ich dabei zu sah wie er - sehr langsam - dem Barcode per Hand eingab, "Immerhin kostet mich das Ganze ... Gute Güte 10 Dollar!"

An diesem Abend machte ich mich in der heißen Sommerluft daran, die ausstehenden Stellen zu studieren. Es schienen tausende zu sein und ich wunderte mich, wie es für jemanden der in einem so winzigen Ort wie Hambington lebt so viele potenzielle Arbeitsplätze geben konnte.

Zugegeben, 70% der Stellen waren Angebote in Herensberry, doch sogar die Übrigen 40% boten die interessantesten Karrieren an. Ein Farmer weiter Südlich suchte jemanden zum Honig sammeln, und ein Kindergarten in eine Gemeinde östlich von uns, suchte eine Nachmittagsbetreuerin. Doch es gab ein Angebot das mir besonders in Auge stach. Es war in einem so genannten "Alternativ-Center" in einem Vorort von Herensberry. Als Stelle ausgeschrieben war: Freundlich Mitarbeiterin mit Talenten wie Tanzen, Handlesen oder ähnlichem. Darunter war eine Telefonnummer.

 

Ich griff zum Hörer. Diese Job schien wie für mich geschaffen zu sein. Die meisten Jahre meines Lebens hatte ich unter Zigeunern und Artisten verbracht, wer sonst wäre besser dazu geeignet in einem "Alternativ-Center" zu arbeiten?

"Hallo und willkommen im Alternativ-Centre Herensburry. Anett Clark am Apparat, was kann ich für sie tun?"

"Oh hallo, Gypsy hier. Ich habe gerade ihre Anzeige im Arbeitsblatte gelesen und habe mich gewundert ob die Stelle noch frei ist?"

 

"Ja die Stelle ist noch frei, bis jetzt haben wir noch keine passenden Kandidaten gefunden."

"Wirklich?" Ich konnte es nicht fassen.

"Wären sie an der Stelle interessiert?"

"Ja natürlich, das ist ja der Grund weshalb ich anrufe."

"Nun, wir suchen jemanden mit besonderen Talenten. Denken sie denn das sie dafür geeignet sind?"

Ich erzählte der Frau am Telefon vom Leben mit meiner Familie, mit den Zigeunern. Ich erzählte vom Tanzen, vom Wahrsagen, von den Tieren und von der Artisten. Sie schien Feuer und Flamme. Kurz darauf hatte ich den Manager am Telefon, welcher mich umgehend zum Probearbeiten für den nächsten Tag einlud. Man versprach mir sogar eine Fahrgemeinschaft, was aufgrund meines Mangels an einem Auto, wirklich keine schlechte Idee war.

 

Am nächsten Morgen fiel es mir schwer mein Müsli herunter zu kriegen. Ich war nervös wie noch nie. Diese Stelle war etwas, dass ich wirklich wollte. Ich war mir sicher, dieser Job würde zu mir passen. Um so wichtiger war es einen gute Eindruck auf die Leute zu machen. Ich konnte nur hoffen, das ich sie mit unseren Traditionen und Bräuchen zufrieden stellen können. Es schien für mich nichts außergewöhnliches, was wenn es nicht genug war?

 

Erst viel später am Tag erkannte ich, wie dumm es von mir gewesen war mir so den Kopf zu zerbrechen. Die Leute im Alternativ-Center waren super und ich wurde sofort von allen gut aufgenommen und am Ende des Tage nahm mich mein Chef mit einem Lächeln auf dem Gesicht zur Seite und erklärte mir, dass ich von nun am zum Team gehören würde.

"Ich hol dich dann morgen zur gleichen Zeit ab?", fragte Claudio, einer meiner Kollegen, am Abend als er mich zu Hause absetzten.

"Wenn es keine Umstände macht ...", antwortete ich.

"Nicht doch!", er hob die Hand zum Gruß und fuhr davon. Alles was ich tun konnte war da stehen und lächeln

17.11.08 07:32


 

 

Die nächsten Tage vergingen wie im Fluge. Ich lernte einiges über Therapeutische Behandlung und wie man mit Kunden umzugehen hatte. Außerdem versuchte ich meinen Körper so fit wie möglich zu halten, da ich nun einfache Kurse in Bodenakrobatik gab. Nichts großartiges. Nur die paar Tricks die ich damals von meinem Cousin gelernt hatte: Saltos, Kopfstand, Handstand und auf den Händen laufen, es war nichts im Vergleich zu dem was er konnte. Trotzdem liebte ich es.

 

Der einzige Haken an der Sache war, das es all meine Zeit in Anspruch nahm und mich bis zur Erschöpfung auslaugte. Am Abend war ich so müde, dass ich einfach nur in Bett fiel, ohne noch groß zu irgendetwas zu kommen.

 

Es war meine Freundin Gerda Kappe, die dem ein Ende setzte. Sie lebte mit ihrer Familie in dem Haus die Straße herunter. Zusammen mit ihrem Mann betrieb sie eine kleine Farm und die beiden bestellten die nachen Felder und besaßen eine Apfelplantage hinter den Hügeln (Ich habe noch nie etwas besseres als Gerdas Apfelkuchen gegessen). Über die Zeit waren wir zu guten Freunden geworden.

 

Ich hatte erschöpft gegen Mittag auf dem Sofa gelegen, als sie plötzlich durch die - generell immer offen stehende - Türe geeilt kam. Ich muss wohl ziemlich miserabel ausgesehen haben, denn mit einigen Schritten war sie an meiner Seite, fühlte meinen Puls und meine Stirn. Besorgt schüttelte Gerda den Kopf und ließ sich neben mir nieder.

 

"Es kann so nicht weiter gehen, mein Liebchen", meinte sie und schenkte mir einen Blick der mich sehr stark an den meiner Mutter oder den meiner Nana erinnerte.

"Ich habe nur ein kleines Nickerchen gemacht, kein Grund gleich in Panik zu verfallen!", verteidigte ich mich.

"Ich meine nichts dein Nickerchen, ich meine deine ganze Situation. Du kannst mich nicht für dumm verkaufen" Sie schürzte die Lippen. "Über die letzten Wochen konnte doch jeder sehen wie die Ringe unter deinen Augen immer schwärzer wurden. Wann immer ich dich sehe, schläfst du oder du kannst dich nur kaum wach halten und schau dich nur einmal hier um ..."
 

Sie gestikulierte mit ihrer Hand durch das Haus und ich wusste, das sie auf die ganzen ungewaschenen Teller und den Berg alter Zeitungen anspielte. Ich war seit Tage nicht mehr wirklich dazu gekommen etwas im Haus zu tun, und das Chaos sah dementsprechend überwältigend aus.

 

Ich seufzte. Sie hatte recht, es sah schlimm aus und wirklich ausgeruht hatte ich mich auch seit langem nicht mehr gefühlt. "Ich weiß ja was du meinst", gestand ich ein, "Doch ich liebe meine Job. Ich könnte ihn niemals wieder aufgeben!"

"Das", antwortete Gerda und machte dabei ein Gesicht als sei ich ein kleine fünfjähriges Kind welches absolut rein gar nichts verstehe, "Habe ich ja auch gar nicht gesagt. Ich sagte nur, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Du bist entkräftet, da Haushalt und Job dich überfordern. Eines von beidem muss dir abgenommen werden."

Ich öffnete den Mund um etwas zu erwidern, doch sie überging mich. "Es ist offensichtlich, dass du nicht deinen Job aufgeben wirst, immerhin ist es dein Job der dir die Brötchen auf den Teller bringt." Sie reichte mir eine kleine weiße Visitenkarte.

"Was ist das?", fragte ich.

"Ein Service der günstige Haushaltshilfen vermittelt, sogar du kannst sie dir leisten Liebling."

"Haushaltshilfen? Denkst du wirklich, dass das nötig ist?"

 

Gerda gab mir nicht viel mehr Zeit um ihrer Idee zu widersprechen und schleifte mich wortwörtlich zum Telefon. Die kleine Karte in der Hand tippte ich die Nummer in den Hörer und wenig später hörte ich das altbekannte "Tut, Tut." Dann ein knacken und eine ältere Frauenstimme: "Haushaltshilfenservice Herensberry, was kann ich für sie tun?"

"Ja hallo", begann ich. So recht wusste ich gar nicht was ich sagen sollte. "Mein Name ist Mirela Tsura und ich würde gerne eine ihrer Haushaltshilfen engagieren."

"Darf ich bitte nach ihrer Adresse fragen?"

"Ich wohne in der Simlane 10 in Hambington."

"Wünschen sie sogleich einen unserer Mitarbeiter vorbei geschickt zu bekommen?"

Ich ließ den Blick durch mein kleines Häuschen schweifen. "Ja, dass wäre fantastisch."

 

Es dauerte keine ganze halbe Stunde, da fuhr ein kleines Auto an meiner Haustüre vor und ich konnte durch mein Fenster sehen, wie eine lila bekleidete Gestalt aus dem Wagen stieg. Sie blieb kurz stehen, als könne sie nicht glauben, dass sie die richtige Adresse erreicht hatte (Ich konnte es ihr nicht verübeln. Jeder der dieses Haus sah musste wohl annehmen es sei ein kleine Geräteschuppen), dann ging sie geradewegs auf die Türe zu.

 

 

Wenig später trat ein Mann mit dichtem Braunen Haar und einer recht großen Nase durch die Tür.

"Bin ich hier richtig bei", er schaute auf einen kleinen Zettel den er aus seiner Tasche zog, "Mirela Tsura?"

Ich erhob mich vom Sofa und ging auf ihn zu. "Ja das bin ich. Du kannst mich Gypsy nennen, jeder nennt mich so."

Eilig ergriff er meine Hand. "Peregine Haverst, doch nenn mich doch Perry. Freut mich sie kennen zu lernen."

Ich lachte. "Wie wäre es wenn wir beim du bleiben? Hambington ist so klein, man kann es sich nicht wirklich leisten jemanden zu siezen."

17.11.08 08:28


 

Perry lachte. "Wohl wahr", stimmt er mir zu, "Ziemlich kleines Haus hast du hier, da gibt es wohl nicht all zu viel zu tun für mich."

"Da freu dich mal nicht zu früh", lachte ich und nickte zu meinem Chaos in der Küche.

Um Perrys Lippen spielte nur ein mildes Lächeln, bei dem Anblick meiner Küche. "Ich habe bei weitem schlimmeres gesehen", meinte er und ging auf die Berge von Geschirr zu, "Hier bin ich im Nu durch."

 

Und es stimmte. Mit einer Leichtigkeit als würde er dies den lieben langen Tag machen (was höchst wahrscheinlich auch der Fall war), sammelte er alle Geschirr im Haus ein und spülte es mit einer Effizienz, die ich selbst an ausgeruhten Tagen nicht aufbringen hätte können. Danach reinigte er Theke und Herd und wandte sich danach dem Badezimmer zu, welches schon lange keinen Lappen mehr gesehen hatte.

 

Glücklich machte ich mich daran einige Sandwiches zu schmieren, sodass Gerda und ich den neuen sauberen Tisch gleich wieder belegen konnten. Es fühlte sich gut an wiedermal in einem wirklich sauberen Haus zu leben. Gerda musste wohl meine Stimmung bemerkt haben, denn sie sagte: "Ich habe dir doch gesagt, dass es eine gute Idee ist mein Kind."

Ich nickte nur und grub meine Zähne wieder in mein Marmeladen Brot.

 

Eineinhalb Stunden später - Gerda war schon wieder auf dem Weg nach Hause, sie hatte einen Anruf von ihrer Tochter Desdemona erhalten. Anscheinend fühlte sich diese nicht so wohl - hatte Perry das ganze Haus auf Vordermann gebracht.

"Ich sagte doch, hier gibt es nicht all zu viel zu tun. Bei manchen meiner Häuser brauche ich ganze vier Stunden bis ich da durch bin."

"Nun ich hoffe doch wirklich das ich es schaffe in diesem kleinen Häuschen nicht ganz so viel Unordnung zu machen. Wie viel bin ich dir schuldig?"

"15 Dollar"

Ich gab ihm eine zwanzig Dollar Note. "Behalt den Rest, du hast es dir verdient."

Perry schenkte mir ein strahlendes Lächeln. "Danke Gypsy. Soll ich dann Morgen um acht vorbeikommen?"

"Morgen um acht."

Er winkte zum Abschied und stieg in sein Auto.

 

In den nächsten Tagen gewöhnte ich mich daran Perry morgens beim Frühstück druch mein Haus wuseln zu haben. Es war sogar sehr angenehm ihn hier zu haben. Ich war es zwar nicht gewohnt unter Tausenden von Menschen zu leben, doch hatte ich noch nie irgendwo alleine gelebt. Die meiste Zeit hatte ich auf engstem Raum mit meiner Familie verbracht und es tat mir gut einfach die Geräusche eine anderen Person im Haus zu haben. Auch Perry schien die Arbeit zu Gefallen. Er wischte und schrubbte, immer mit einem Liedchen auf den Lippen und wann immer ich die Zeit hatte, blieb er für ein kleines Schwätzchen bevor er sich wieder auf den Weg machte.

 

Auch tat mir die neu gewonnene Freizeit gut, die ich durch meine Arbeitsentlastung erhielt. Kaum war ich in den letzten Wochen dazu gekommen mal unter Leute zu gehen, da ich immer mit irgendetwas beschäftigt war. Nun, da ich meine Abende nicht mehr mit Geschirr spülen verbringen musste, kam Claudio, mein Kollege, öfter mal zu einem Kaffee nach der Arbeit vorbei. Über die Laufe der Tage entwickelten wir eine gute Freundschaft.

 

Er lebte etwas außerhalb von Hambington, auf der Farm seiner Eltern und spielte mit dem Gedanken, sich ein kleines Häuschen mit seinem Ersparten zu bauen. Schon lange hatte er genug vom Leben mit seinen Eltern (wer könnte das einem 25 jährigen verübeln?), schreckte jedoch noch vor dem Gedanken zurück ganz alleine zu wohnen. "Es wäre recht einsam, alleine in einem Haus in Hambinton. Vor allem da die nächsten Nachbarn gut einen Kilometer weiter weg wären", sagte er eines Abends als wir zusammen auf dem Sofa saßen, "Und außerdem schau ich mir den Sportkanal viel lieber bei dir an."

Ich lachte. "Na wer weiß. Vielleicht überlegst du es dir ja nochmal. Immerhin hast du ja Sofia mit der du zusammenziehen könntest."

Er nickte. "Ich weiß. Aber sie lebt in Herensburry und möchte nicht raus aufs Land, während ich nicht in die Stadt ziehen möchte. Ich glaube wir brauchen da noch ein bisschen Zeit."

"Mach dir keine Sorgen", sagte ich, "Ihr habt alle Zeit der Welt." Und wir wandten uns wieder dem Spiel zu.

 

Mein Leben schien in ruhigen Bahnen zu verlaufen, bis ich eines Nachts das Tappen von Füßen in meinem Haus hörte. Ich war noch nicht ganz wach und dachte es müsste wohl der Wind sein, der draußen ans Fenster schlägt. Müde setzte ich mich auf und rieb meine Augen. Was ich sah, versetze mich in Schock. Ich erhaschte einen Blick auf eine schwarz- weiß gekleidete Gestalt die aus meiner - wiedermal offen stehenden - Türe rauschte

 

In einem Satz war ich aus dem Bett, doch als ich die Tür erreichte war die Gestalt schon über alle Berge. Ich konnte nicht fassen, das da jemand durch mein Haus gewandert wahr. Mitten in der Nacht. In Hambington! Wer um alle in der Welt würde denn bei jemand in Hambington einbrechen wollen?

Ungläubig schaute ich mich in meinen vier Wänden um und zu meinem Entsetzen stellte ich fest, dass mein Fernseher verschwunden war. Die Wand an dem er noch vor wenigen Stunden gestanden hatte, war kahl.

 

Den nächsten Morgen verbrachte ich zu hause mit Formularen um Anzeige gegen diese mysteriöse Person zu machen. Perry, welcher um wie jeden Morgen um mich herrumwuselte schaute mir über die Schulter, doch ich scheuchte ihn jedes mal weg. Ich hatte keinen Nerv mich mit Fragen zu beschäftigen, die Formulare waren kompliziert genug. Erst als ich auch unter das letzte meinen Namen gesetzt hatte, und Perry mit einem Lappen in der Hand aus dem Badezimmer trat und meinte: "Sag mal Gypsy, wo ist eigentlich der Fernseher hin verschwunden?" nahm ich mir die Zeit auf seine Fragen zu antworten. Ich seufzte stand auf und ging zu ihm hinüber.

"Der ist gestohlen worden. So ein komischer Kerl ist gestern bei mir eingebrochen und hat ihn in der Nacht mitgehen lassen."

17.11.08 08:54


 

Perrys Kinnlade klappe wortwörtlich herunter. "Nicht dein Ernst?", fragte er.

"Doch", bestätigte ich. "Ich bin mitten in der Nacht wach geworden und da sah ich wie diese Gestalt aus der Tür rannte. Als ich aus dem Bett sprang war der Dieb schon verschwunden. Der Fernseher war weg."

Perrys Mine wurde hart und er schüttelte den Kopf. "Ich kann es nicht glauben. Das war wahrscheinlich der gleiche Typ der bei mir vor ein paar Tagen eingestiegen ist."

"Jemand ist bei dir eingebrochen?"

Er senkte den Blick auf den Boden. "Vor zwei Tagen. Hat alles mitgenommen während ich putzen war. Fernseher, Steroanlage und noch viel schlimmer mein Geld."

Nun klappe mir der Mund nach unten. "Dein Geld?"

"Mein ganzer Monatsverdienst. Alles weg und damit auch der Anteil den ich der Agentur zahlen muss."

 

Nun stand mir der Mund offen. "A-Aber Perry", stotterte ich, "Ich hatte ja keine Ahnung. Warum hast du denn nichts gesagt?"

Er hielt den Blick weiter beschämt auf den Boden gesenkt. "Was hätte ich denn sagen sollen? >Hey ich wurde ausgeraubt und kann von daher weder meinem Arbeitsgeber seinen Anteil am Geld geben, noch meine Miete bezahlen. War schön dich kennen gelernt zu haben, aber heute ist meine letzte Arbeitswoche

"Deine letzte Woche?", entwich es mir entsetzt.

"Ich kann nicht zahlen, von daher bin ich draußen und Ende der Woche muss ich aus der Wohnung raus."

"Gehst du zurück zu deinen Eltern?", fragte ich.

Perry lachte bitter. "Die würden mich nicht mal rein lassen wenn ich verletzt und winselnd vor deren Tür läge!"

"Und wohin gehst du dann jetzt?"

Ich konnte sehen wie Perry sich zu einem Lächeln zwang. "Ich weiß nicht. Aber mach dir keine Sorgen, ich finde schon was. Du hast genug eigene Probleme."

 

"Probleme?", fragte ich, "Ich soll Probleme haben?! Man hat dir gerade den Job gekündigt und du wirst aus deiner Wohnung geschmissen. Mir fehlt nur ein lausiger Fernseher. Wir müssen da doch was tun können."

"Danke Gypsy", sagte er, "Doch ich glaube nicht das es viel gibt das du ausrichten kannst."

"Oh doch mein lieber", meinte ich, "Du glaubst doch wohl nicht das ich dich auf der Straße landen lasse. Du ziehst zu mir!"

Perry starrte mich an. "Gypsy, das kann ich nicht annehmen ..."

"Und ob du das kannst. Ich kann dir zwar nur ein altes Sofa anbieten, aber das ist immer noch besser als eine Brücke und wage es ja nicht mein Angebot abzulehnen!"

Für einen weiteren Moment starrte er mich einfach nur an, dann fiel er mir um den Hals.

 

 

 

Perry zog schon am nächsten Morgen ein. Seine Möbel waren in einer kleinen Garage zwischen gelagert, denn sie passten beim besten Willen nicht in mein kleines Häuschen.

Es erwies sich als gute Entscheidung Perry überredet zu haben einzuziehen, denn er erwies sich als guter Mitbewohner und als ein noch besserer Freund.

 

Über die Wochen entwickelte sich eine innige Freundschaft zwischen uns. Jeden Abend verbrachten wir damit, uns beim (von ihm zubereiten) Abendessen (Gott der Kerl kann kochen!), einander zu unterhalten. Ich erzählt ihm von meinem Leben mit den Zigeunern und er erzählt mir von seiner Familie.

Seine Eltern hatten ihn mit 17 aus dem Haus geschmissen und von da an hatte er versucht sich selbst über Wasser zu halten. Warum wollte er mir nicht sagen, doch ich hatte da so meine Theorie. Seine Eltern waren streng katholisch und der Fakt das Perry in den letzten Wochen nicht ein einziges Mal ein Frau oder gar eine Freundin erwähnt hatte ...

Aber ich ließ das Thema ruhen. Es waren ja auch alles nur wirre Spinnereien von mir.

 

Alles lief perfekt, bis auf eine Kleinigkeit: Perry schien es körperlich nicht gut zu gehen. Mit der Zeit wurde er schlapper und wann immer ich ihn antraf schien er müde, oder am schlafen zu sein.

Ich konnte es mir nicht erklären. Bis auf einige kleine Jobs während des Tages tat er nicht viel, das ihn so erschöpfen konnte. Ich begann mir ernsthafte Sorgen über seine Gesundheit zu machen, als ich eines Nachts eine Entdeckung machte.

 

Ich hatte wieder das Tappen von Füßen gehört und war aus dem Schlaf geschreckt. Vorsichtig lugte ich zwischen meinen Augen hervor, doch es war kein Einbrecher wie ich es erwartet hatte, sondern Perry welcher versuchte ohne viel Lärm in einen Taucheranzug Anzug zu schlüpfe. Kurz darauf, schlüpfte er aus den Haus und ich beobachtete aus dem Fenster wie er in einem Auto verschwand.

 

Ich beschloss ihm am nächsten Mittag zur Rede zu stellen.

Als ich von der Arbeit nach Hause kam, fand ich ihn erschöpft auf dem Sofa liegend, die Augen geschlossen.

"Hey Perry", sagte ich und rüttelte ihn an der Schulter. Er schlug die Augen auf und ich ließ mich neben ihm auf das Sofa sinken.

"Oh hi Gypsy", murmelte er, "Schon Mittag?"

"Ja" Ich schaute ihn abschätzend an. Am besten war es wohl einfach direkt damit heraus zu kommen "Also was soll die ganze Sache mit dem sich heimlich in der Nacht in einem Taucheranzug aus dem Haus schleichen."

 

"Was?", fragte Perry und versuchte eine Unschuldsmiene aufzusetzen.

"Komm tu nicht so, ich habe dich heute Nacht gesehen. Nicht das ich mich in deine Angelegenheiten einmischen will, doch du bist ständig am Ende deiner Kräfte. Was soll das ganze?"

Perrys Gesichtsausdruck sank. "Oh Gypsy", seufzte er, "Ich weiß ja das es so nicht weiter gehen kann. Ich habe doch lediglich versucht Geld zusammen zu kriegen, damit ich dir nicht mehr auf die Nerven gehen muss."

"Auf die Nerven gehen?" Ich wusste nicht wovon er sprach.

"Ich weiß doch das dieses Haus zu klein ist für uns beide, und ich habe Geld beiseite gelegt um wieder für Miete aufkommen zu können. Man hat mich in der Nacht im Delfinbecken arbeiten lassen. Wände putzen und all so was!"

 

Ich hatte letzteres schon gar nicht mehr gehört, zu sehr war ich mit dem beschäftigt was er zuvor gesagt hatte. "Du willst ausziehen Perry?!"

"Nun", begann er, "Ich kann nicht wirklich hier wohnen bleiben. Das Haus gehört dir, ich zahle nicht einmal Miete und es wird auf Dauer doch zu klein für uns. Verstehe mich nicht falsch, ich würde lieben gerne bei dir wohnen bleiben doch es ist einfach zu klein!"

Ich seufzte. "Ich verstehe", sagte ich betreten. Ich hatte mich so sehr an Perry gewöhnt, dass ich mir kaum vorstellen konnte wieder ohne ihn hier zu leben.

"Ich will einfach nicht mehr auf deine Kosten leben Gypsy, bitte versteh das."

In diesem Moment schoss mir eine Idee durch den Kopf. "Aber was wäre wenn dir ein Anteil am Haus gehören würde? Würdest du dann hier bleiben?"

 

"Ein Anteil an deinem Haus?", fragte er erstaunt.

"Ja", stimmt ich zu und nickte eifrig, "Ich könnte dir - sagen wir 40% der Anteile am Haus verkaufen. Dann gehört es auch dir. Und mit dem Rest unseres Ersparten könnten wir planen es weiter auszubauen. Dann können wir auch deine Möbel aus der Garage holen und hier weiterhin zusammen leben."

"Du willst mir wirklich einen Anteil an deine Haus verkaufen?", fragte Perry ungläubig.

Ich zuckte mit den Schultern. "Warum nicht? Ich hasse es alleine zu leben und du bist mein bester Freund. Ich kann mir gar nicht vorstellen wieder ohne dich hier zu leben und zu zweit schaffen wir es auch schneller das Geld für den Ausbaus zusammen zu bekommen."

"Bist du dir wirklich sicher das du das möchtest Gypsy?", fragte Perry, doch ein Lächeln lag auf seinem Gesicht.

"100% sicher!"

 

Die nächsten Tage waren stressig. Ich rannte von einer Behörde zur nächste, von einem Anwalt zum nächsten, doch schlussendlich schafften wir es einen Vertrag auszustellen der Perry 40% der Anteile an der Simlande 10 verkaufte. Es war ein seltsamen Gefühl meinen Namen unter das Dokument zu setzen, doch ein Gutes. Zwei Tage später, kamen die Pläne des Architekten per Post.

 

Perry hingegen hing ständig am Telefon und versuchte mit der Baufirma einen fairen Preis auszuhandeln. Wir hatten nicht viel Geld, doch wir waren uns sicher, dass wir es schaffen konnten, das Haus zumindest ein kleines bisschen größer zu bauen. Es waren harte Verhandlungen, doch Perry ließ nicht locker und am Ende hatten wir auch mit ihnen einen Vertrag ausgehandelt mit dem wir sogar günstige davon kamen als wir es geplant hatten.

 

Ich dachte das alle Probleme nun überwunden wären, als Perry eines Morgens zu mir an den Tisch trat.

"Gypsy ich muss mit dir reden", sagte er und sein Gesicht war in eine schmerzhafte Grimasse verzogen. "Bevor wir mit unseren Plänen weiter gehen, muss ich ehrlich mit dir über etwas sein."

 

Abschluss Screens

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17.11.08 09:05


Hallo und herzlich willkommen bei meinem Single Mirela "Gypsy" Tsura. Ihr findet hier alles was mit ihr zu tun hat, oder zu tun haben könnte. Schaut euch doch ein wenig um!
8.11.08 00:14



Gypsy
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